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Die acht Glieder des Raja Yoga

Die acht Glieder des Raja Yoga – was ist das?

von/ durch Nick am Jan 22 2023
Die acht Glieder des Raja Yoga – Bild © snedorez / 123rf.com   Raja Yoga ist eine sehr lebensverändernde Lehre. Bereits der Name enthält die hohe Bedeutung dieses Yoga-Stils. Raja heißt so viel wie König, demnach handelt es sich hierbei um das "königliche" Yoga. Die acht Stufen/Glieder dieses Yoga-Stils sind besonders und können das Leben des Yoginis auf eine nachhaltige Art und Weise verändern. Wenn Du mehr zum königlichen Yoga erfahren und diesen Pfad beschreiten möchtest, kannst Du diesen Beitrag lesen. Er wird Dich zu mehr innerer Freiheit inspirieren.   Raja Yoga: Definition und eine kleine Erklärung   Yoga ist eine sehr alte Lehre und beinhaltet verschiedenste Techniken, um der Erleuchtung sowie der Beherrschung des Geistes näherzukommen. Anders als übliche Yoga-Arten wie Hatha Yoga, Kundalini Yoga oder Yin Yoga beruft sich Raja Yoga auf andere wesentliche Punkte. Raja Yoga zählt zu den vier Yoga-Wegen, die anderen drei sind: Karma-Yoga, Bhakti-Yoga und Jnana-Yoga.   Raja kommt aus der alten Lehre, dem Sanskrit, und heißt übersetzt König oder Herrscher. All das Wissen geht auf den weisen Mann Patanjali zurück, der noch heute ein bekannter Name in diesem Bereich ist. Er hat das Yoga Sutra verfasst, welches auch als Leitfaden für Yoga beschrieben werden kann. Viele setzen das Ashtanga Yoga (achtgliedriges Yoga) mit dem Raja Yoga gleich.   Das Ziel vom Raja-Yoga ist es, die "Kontrolle" über den Geist loszulassen, was heutzutage oftmals schwierig ist. Viele Menschen sind durch ihren Alltag und all die Herausforderungen so überfordert, sodass sich dies in einem sehr unruhigen Geist widerspiegelt.   Was kannst Du tun, um Dich zu beruhigen?   Je nach Persönlichkeit und Herausforderung gibt es verschiedene Möglichkeiten, ruhiger zu werden. Raja Yoga bedient sich dabei diversen Meditationstechniken, Atemtechniken (Pranayama) sowie Asanas für den Körper. Natürlich ist auch der Teil der Selbstbeobachtung essenziell, um ruhiger und bewusster zu werden sowie mit mehr Konzentration durch den Alltag zu gehen.   Die acht Glieder des Raja Yogas: Auf dem Weg zum freien Geist   Viele Menschen sind unruhig und finden über dieses Problem zu Yoga. Raja Yoga hilft Dir dabei, im Inneren ruhiger und friedlicher zu werden. Der Grund, warum Menschen so zerstreut und unruhig sind, sind die Kleshas. Damit bezeichnet man Leidenschaften, die dafür verantwortlich sind, den Geist sowie die Gedanken zu trüben und durcheinanderzubringen.   Todesangst (Abhinivesha) zu viel Egoismus (Asmita) Wissen, das nicht stimmt (Avidya) Festhalten an gewissen Vorlieben (Raga) Abneigung, die übertrieben ist (Dvesha)   Das Ziel vom Raja Yoga ist nicht, dass Du all diese Leidenschaften komplett eliminierst. Stattdessen ist es bedeutend, dass Du den Pfad von Ashtanga Marga gehst und den Einfluss der Kleshas auf das eigene Verhalten reduzierst.   Überblick: die acht Glieder des Raja Yogas   Im nachfolgenden Abschnitt werden die acht Glieder des Raja Yogas vorgestellt. Hierbei ist es nicht wichtig, in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden. Um sich spirituell weiterzuentwickeln, müssen jedoch alle Schritte geübt und praktiziert werden.   1. Yamas (Umgang mit der Welt, Umwelt)   Wir leben nicht allein auf der Welt, deshalb ist es essenziell, dass wir im Einklang mit der Umwelt leben. Der Umgang mit den anderen Lebewesen ist bedeutend. Yama unterteilt sich in fünf Unterpunkte, dessen Bearbeitung schon sehr intensiv ist (z. B. Ahimsa: Streben nach Abwesenheit von Ungerechtigkeit, ein wertschätzender Umgang mit allen Lebewesen, Asteya: nicht-stehlen oder nehmen, was Dir nicht gehört usw.)   2. Niyamas (der Umgang mit sich selbst)   In diesem Glied geht es darum, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und zu reflektieren. Auch hier gibt es fünf Unterpunkte, die zeigen, wie der eigene Geist und der Körper behandelt werden sollten, zum Beispiel Shaucha (Reinheit des Körpers), Santosha (Bescheidenheit mit dem, was Du besitzt), Svadhyaya (Erforschung des eigenen Selbst) usw.   3. Asanas (Körperübungen)   Die Asanas sind fast der bekannteste Punkt des achtgliedrigen Weges und der Aspekt, den auch viele Menschen in der westlichen Welt umsetzen. Es gibt zig verschiedene Yoga-Übungen für die Matte, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Zudem erhöhen sich die Lebensenergie sowie die körperliche Vitalität des Praktizierenden. Die Auswirkung der Übung hängt natürlich immer vom Yoga-Stil ab, Hatha Yoga wirkt anders als Vinyasa und dennoch helfen sie allesamt dem Mensch zu innerem Frieden zu gelangen.   4. Pranayama (Atemtechniken)   Auch dieser Punkt ist relativ bekannt, da Menschen auf der ganzen Welt Atemübungen im Alltag praktizieren. Hierfür ist ein gutes Maß an Körperdisziplin Voraussetzung. Prana ist die Energie, die uns alle umgibt. Es gibt verschiedene Atemübungen, die meist alle dieselben Teile beinhalten:   Ausatmen Mit leeren Lungen Luft anhalten Einatmen Luftanhalten mit gefüllten Lungen   5. Pratyahara (Umgang mit den Sinnen)   In diesem Glied geht es um die Beherrschung der Sinne. Pratyahara beschreibt das Zurückziehen der Sinne, um Yogis vor einer Reizüberflutung zu schützen. Zudem wird niemand von den wesentlichen Aufgaben abgelenkt. Dadurch kannst Du die Achtsamkeit erhöhen.   6. Dhyana (Meditation)   In dieser Stufe lernst Du die Meditation kennen. Das Ziel eines Meditierenden ist es, während der Zeit auf dem Kissen weniger Gedanken im Kopf zu haben bzw. diese davonziehen zu lassen. Dies ist besonders als Einsteiger sehr schwierig, aber mit der Zeit und ein wenig Übung wirst Du immer besser. Mit genügend Praxis kannst Du körperliche und geistige Unterschiede feststellen; auch in stressigen Situationen bleibst Du mithilfe von Raja Yoga ruhiger und fokussierter.   7. Dharana (Konzentration)   Wenn Du diesen Weg gehen willst, darfst Du lernen, Dich komplett auf eine Sache zu konzentrieren. Niemand sollte permanent abgelenkt sein. In diesem Zusammenhang versuchst Du Dich während der Übung auf eine bestimmte Sache zu fokussieren. Mit der Zeit wird es Dir immer leichter fallen.   8. Samadhi (innere Freiheit)   Dieser Punkt ist der Abschluss des Pfades und das Ziel eines jeden Yogi. Der Zustand des absoluten Seins wird angestrebt: Ein Moment, in dem Du mit der Wirklichkeit verschmelzen kannst, Du eins mit Gott bist und all das Wissen in Dir spürst.   Wie kannst Du diese Stufen in Dein Leben integrieren?   Diese Stufen erscheinen im ersten Moment sehr anspruchsvoll und benötigen natürlich viel Zeit, bis Du sie in Dein Leben integriert hast. Im ersten Moment ist es bedeutend, dass Du über all diese Glieder Bescheid weißt und sie nach und nach in Deinen Alltag einbaust. Jeder Mensch wird andere Vorlieben haben.   Mache alles in Deinem Tempo und lasse Dich nicht stressen. Vergleiche Dich nicht Informiere Dich in einem Buch zu weiteren Informationen, um einen besseren Einblick zu haben. Suche Dir Gleichgesinnte, mit denen Du motiviert den Weg gehen kannst Praktizierst Du diese acht Glieder bereits in Deinem Alltag? Hast Du sie bereits alle integriert?

Pratyahara: das fünfte Glied im Raja Yoga

von/ durch Nick am Jul 07 2018
Pratyahara: das fünfte Glied im Raja YogaPratyahara: das fünfte Glied im Raja YogaFür Menschen, die sich mit Yoga noch nicht grundlegend beschäftigt haben, besteht Yogapraxis vor allem aus Körperübungen, den Asanas. Doch Yoga ist natürlich viel mehr, wie jeder erkennt, der sich mit der Jahrtausende alten Tradition näher beschäftigt. Dass Yoga Körper, Geist und Seele gleichermaßen erfasst, wird beim Raja Yoga (Asthanga Yoga) besonders deutlich. Hier gibt es acht Glieder, die Patanjali in seinen Yoga Sutras bschreibt. Pratyahara ist das fünft Glied im achtgliedrigen Yoga. Hier erfährst Du mehr über dessen Einordnung, die Praxis und die Wirkungen.Die acht Glieder des Raja YogaDas Raja Yoga besteht aus den folgenden Gliedern: Yama : der Umgang mit anderen Niyama: das Verhalten sich selbst gegenüber Asana: die Körperübungen Pranayama : die Atemübungen Pratyahara: das Zurücknehmen der Sinne Dharana: die Konzentration Dhyana: die Absorption beim Meditieren Samadhi: das Überbewusstsein Die Stufen rund um Pratyahara sollen an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden. Es geht nur darum, dass Du erkennst, wie Pratyahara eingeordnet ist und dass Yoga Körper, Geist und Seele in Ganzheitlichkeit betrachtet.Pratyahara: der Rückzug der SinnePratyahara kommt wie viele Bezeichnungen im Yoga aus dem Sanskrit. Das Wort bedeutet "Rückzug aus der Schlacht". Auch wenn es um nichts Militärisches geht, passt das Bild aber zu einem gewissen Grad in die heutige Zeit. Wie häufig stürmen Sinneseindrücke und Gedanken auf uns ein. Der "Krieg", der dann in unserem Kopf tobt, macht Stress. Daher ist Pratyahara ein wesentlicher Baustein, wenn es um unser Wohlbefinden geht. Denn wenn nichts mehr auf uns einprasselt, unsere "inneren Truppen" sich einmal zurückgezogen haben, spüren wir häufig die Ruhe und Entspannung, die wir schon lange gesucht haben.Merkmale von PratyaharaZu diesem fünften Glied im achtgliedrigen Pfad gehören mehrere Merkmale. Zum einen ist es das Zurückziehen von Sinnesobjekten. Im Yoga versteht man darunter alles, was wir mit den Sinnen erfassen können. Was wir sehen, hören, schmecken, riechen oder tasten können. Zum anderen ist ein Merkmal auch der Rückzug von unserer Wahrnehmung. Das bedeutet, dass wir Sinneseindrücke in diesem Zustand gar nicht erst zulassen. Das dritte Merkmal ist der Rückzug von der Anhaftung. Hier geht es darum, den Geist nicht aktiv werden zu lassen.Pratyahara im Alltag und bei der MeditationIm Alltag lässt Du das fünfte Glied des Raja Yoga immer wieder einfließen. Das ist natürlich erst dann möglich, wenn Du nach und nach ein Bewusstsein für diesen Zustand entwickelt hast. Auch in der Meditation kannst Du ihn einbinden. Hier erinnerst Du Dich vielleicht an Deinen ersten Stunden beim Yoga, wo Du in der Stille sitzen solltest und Gedanken, die aufkommen, unbewertet an Dir vorüberziehen lassen solltest.Vorbereitung ist nötig. Pratyahara ist nicht ohne Grund das fünfte Glied im Raja Yoga. Du solltest erst dann beginnen, Dich diesen Übungen zu widmen, wenn Du mit den vorausgegangenen Stufen einigermaßen vertraut bist. Zudem ist ein Yogalehrer an Deiner Seite hilfreich, der über gute spirituelle Praxis verfügt. Disziplin und Ausdauer sind am Anfang sehr wichtig. Den je mehr Du versuchst, Dich auf etwas nicht zu fokussieren, umso mehr wirst Du es am Anfang mit hoher Wahrscheinlichkeit tun.Die Sinne nacheinander zurückziehenAlle Sinne auf einmal zurückzuziehen, ist nahezu unmöglich. Daher gibt es eine Art Faustregel, wie Du Pratyahara am besten erreichen kannst. Hier geht es um den wildesten Sinn. Es ist der, der bei Dir selbst individuell am aktivsten ist. Konzentrieren Dich darauf, diesen Sinn nach und nach zu zügeln. Gelingt Dir dies, kannst Du den nächsten Sinn in Deine Praxis hinzunehmen. Mit Gewalt geht dabei gar nichts. Wichtig ist, dass das Zurückziehen der Sinne auf sanfte Weise zu tun, um den Geist nicht darauf aufmerksam zu machen und wieder zu fokussieren.Bild © deklofenak / 123rf.com

Dhyana: der vollendete Zustand der Meditation

von/ durch Nick am Feb 15 2018
Dhyana: der vollendete Zustand der MeditationWenn Du schon etwas Yogapraxis gesammelt hast, weißt Du, dass Yogastunden oft aus vier Bestandteilen bestehen, die in veränderlichen Anteilen immer wieder vorkommen. Das sind die Körperübungen - Asanas, die Atemübungen, die Tiefenentspannung in Shavasana und die Meditation - Dhyana. Diese Anteile wirken auf unseren Körper, den Geist und die Seele und sind Grundlage dafür, dass Yoga ganzheitlich auf unser Wohlbefinden wirkt. In diesem Beitrag erfährst Du Wissenswertes über die Meditation Dhyana.Meditation als Bestandteil des achtgliedrigen PfadesDhyana hat in einer klassischen Yogastunde oft den geringsten Anteil. Das liegt daran, dass es sich um eine Praxis handelt, die Anfängern kaum gelingen kann und selbst von Fortgeschrittenen nur mit viel Übungen zu bewältigen ist. Die Rahmenbedingungen, zum Beispiel eine komplett ruhige Umgebung, sollten auch stimmen, sodass Dhyan in der Yogapraxis eines Kurssystems schwer zu realisieren ist.Wie anspruchsvoll die Meditation Dhyana ist, zeigt ein Blick auf den achtgliedrigen Pfad, wie er im Yoga Sutra von Patanjali beschrieben ist. Auf den acht Stufen, die bis zur Erleuchtung von einem Menschen zu bewältigen sind, steht Dhyana auf Platz 7 nach Yamas (Haltung nach außen), Niyamas (Haltung nach innen), den Asanas, Pranayama, dem Rückzug der Sinne (Pratyahara) und der Konzentration (Dharana). Nach Dhyana kommt nur noch Samadhi, die Freiheit, sodass Du ersehen kannst, wie hoch Dhyana in der Stellung auf dem Weg zur Erleuchtung angesiedelt ist.Den Zustand des Glücks erlebenIn Dhyana erlebt ein Yogi eines Zustand der Glückseligkeit, der mit Worten denen, die ihn noch nicht erlebt haben, kaum beschrieben werden kann. Es geht um einen Bewusstseinszustand, der einem Menschen, der sich mit Meditation nicht befasst hat und der sich darin nicht geübt hat, nicht zu erreichen ist. Der Zustand ist weder mit Wachsein noch mit Schlafen oder einer Traumwelt vergleichbar und damit eine Stufe auf dem Weg zum Erleuchtetsein, was das Ziel vieler Yogis ist.Stufen der Meditation kennenlernenUm der Dhyanaerfahrung wenigstens näherzukommen, bieten Dir viele Yogalehrer Meditationssequenzen in ihren Stunden an. Manchmal werden in Yogastudios auch spezielle Meditationsstunden angeboten, die den Rahmen dafür, sich auf solche Erfahrungen einzulassen, besonders gut bieten können.Das beginnt bei kleinen Übungen, die oft nur fünf Minuten dauern. Denn für viele Menschen, die Yoga machen, um der Hektik und dem Stress des Alltags zu entfliehen, ist es bereits schwierig, einmal für fünf Minuten in der Stille zu sitzen. Erster Schritt von Meditationstechniken ist es nämlich, in diesen Minuten Gedanken, die Dir in den Kopf kommen, vorübergehen zu lassen, ohne sie zu bewerten. Der Gedanken daran, dass eine Sitzposition nicht zu 100 Prozent bequem ist. Der Gedanke, ob der Nachbar im Yogakurs vielleicht die Augen öffnet und Dich beobachtet. Der Gedanken, an den Stress, den Du in den Yogakurs mitbringst oder der Dich nach dem Yogakurs wieder erwartet. All dies schaltest Du aus. Das ist etwas, was Du erst nach und nach lernen kannst. Dein Yogalehrer hilft Dir dabei, indem er Dir Atemtechniken zeigt oder auch Zählen als Meditationshilfe einsetzt.Shakrenmeditation als WegAuf dem Weg zu Dhyana kann auch die Meditation stehen, in der Du Dich auf Deine Shakren konzentrierst. Dies ist eine Form der Meditation, bei der Du Dich bereits von äußeren Einflüssen zurückziehen kannst und in Verbindung mit den Energien Deines Körpers stehst.Dhyana selbst ist eng mit einer Gottheit verknüpft. Es ist eine Art Andacht, ein Versunkensein, die reine Form der Meditation, die dich über die Grenzen der realen Welt hinaus ins Spirituelle führt. Du konzentrierst Dich auf die Kraft einer Gottheit, die Du Dir für Dhyana gewählt hast. Das kann zum Beispiel Krishna oder Shiva sein, der Deine Vorstellung ausfüllt und keinen anderen Gedanken mehr in Dir zulässt.Bild © nilanewsom / 123rf.com

Der innere Weg: den Geist beruhigen

von/ durch Nick am Jun 18 2016
Der innere Weg: den Geist beruhigenFällt das Wort Yoga, denken viele Menschen sofort an die körperlichen Übungen, die Asanas. Sie haben in unserer westlichen Welt einen hohen Stellenwert erreicht, denn sie versprechen einen beweglichen Körper, eine straffe Figur und eine stabile Gesundheit. Wir kennen sie überwiegend aus dem Hatha Yoga oder aus extremeren, modernen Varianten wie dem Power Yoga (schnelle Übungen) und dem Bikram Yoga (Übungen in einem aufgeheizten Raum). Es wird dabei gern vergessen, dass der Königsweg des klassischen Yogas aus acht Teilen besteht: fünf für den äußeren Weg - darunter fallen die Asanas - und drei für den inneren Weg.Diese drei Teile heißen:Dharana: die vollkommene KonzentrationDhyana: die MeditationSamadhi: das Einssein mit dem Objekt der AufmerksamkeitDer individuelle WegDas hört sich für dich vielleicht fremd und schwierig an. Doch lass dich nicht entmutigen. Tatsache ist, dass der innere Weg ein sehr subjektiver ist: Nur du kannst ihn gehen. Du kannst ihn weder für jemanden anders durchführen, noch kann ein anderer dies für dich übernehmen. Es geht um die Suche nach der Erkenntnis deiner selbst, nach deinem eigenen Wesen. Darum gibt es auch keinen allgemein gültigen Weg als Allheilmittel für jedermann.Indem du dich vollkommen konzentrierst, blendest du alles Störende aus. Hierhin passt auch die Achtsamkeit im Alltag: ganz bei dem zu sein, was du tust. So bändigst du das Gedankenchaos, das dir immer wieder zu schaffen macht, dich ablenkt und dich unkonzentriert und unsicher werden lässt.Einfache RitualeZur Vorbereitung einer meditativen Übung brauchst du nur einen ruhigen Raum. Wenn du möchtest, atme einige Male tief durch und/oder suche dir einige einfache Atemübungen wie die Wechselatmung aus. Manchem hilft es, einige Asanas durchzuführen. Damit wird die Übung allerdings insgesamt deutlich länger.Konzentration und Meditation lassen sich üben. Ein beliebtes Beispiel ist die brennende Kerze, die du auf eine Entfernung von etwa einer Armlänge so vor dir aufstellst dass dein Blick leicht nach unten gerichtet ist. Es kann aber auch eine Schale oder jeder andere Gegenstand sein. Du setzt dich bequem davor und konzentrierst dich ganz auf diesen Gegenstand. Diese Übung klingt leicht, aber sie ist es nicht. Immer wieder springen die Gedanken fort, du erinnerst dich an etwas, hast deinen Tagesplan im Kopf oder es fällt dir etwas Wichtiges ein. Die Kunst besteht nun darin, diese Gedankensprünge wahrzunehmen, die jeweiligen Gedanken aber ziehen zu lassen. Du kannst sie wie vorbeischwebende Wolken betrachten und innerlich loslassen. In diesem Moment ist nur das Sitzen und Konzentrieren wichtig, sonst nichts. Alles andere hat Zeit, bis du mit deiner Übung fertig bist.Eine Alternative ist das Versenken, bei dem du die Augen geschlossen hältst und dich nur auf ein inneres Bild konzentrierst. Stelle dir beispielsweise einen Lieblingsort vor. Es sollte ein starkes, positives Bild sein. Diese Übung lässt sich überall und jederzeit durchführen.Starte deine Übung mit einer Fünfminutensitzung - gerade als Anfänger wirst du feststellen, dass eine solche durchgehende Konzentration zunächst kaum möglich ist. Praktiziere diese Übung regelmäßig, am besten täglich: Du findest immer fünf Minuten, wenn du es wirklich willst.Innerlich wachsenZiel aller Bemühungen ist eine Stärkung deines Ichs. Mit der Zeit wirst du gelassener, das Streben nach Reichtum und Materiellem - den äußeren Faktoren unseres Lebens - nimmt ab. Es ist deine innere Wirklichkeit, dein spirituelles Selbst, das wirklich wichtig ist. Du lernst eine Kraft des Herzens kennen, die dich zu einem besseren Menschen werden lässt: Eine der Grundaussagen der Yoga-Philosophie besteht darin, niemandem etwas zuleide zu tun; andere Menschen mit ihren Fehlern zu erkennen, aber ohne (Ab-)Wertung gelten zu lassen. Im besten Fall kannst du sie nicht nur tolerieren, sondern sogar fühlend verstehen.Der innere Weg beruhigt deinen Geist und lässt ihn klar arbeiten. So bewältigst du deinen Alltag leichter und strahlst eine starke innere Kraft aus.Bild © filmfoto / 123rf.com