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Ashtanga Yoga: dynamisches Yoga mit langer Tradition

Ashtanga Yoga: dynamisches Yoga mit langer Tradition

von/ durch Nick am Aug 15 2021
Ashtanga Yoga: dynamisches Yoga mit langer Tradition - Bild © marisemenova / 123rf.com Machst Du schon seit längerer Zeit klassisches Hatha Yoga und möchtest etwas Neues ausprobieren? Oder bist Du ein Anfänger und auf der Suche nach einem Yoga-Stil, bei dem Du Dich richtig auspowern kannst? Yoga ist so vielfältig, dass jeder die richtige Stilrichtung für sich entdecken kann. Wer viel Wert auf Dynamik legt und weniger auf Meditation und den spirituellen Aspekt beim Yoga, wird beim Ashtanga Yoga sicher glücklich. Denn hier wird Yoga nicht nur als Weg der Achtsamkeit verstanden, sondern im Grunde auch als Sport. Diese Art des Yoga ist hierzulande auch als Vinyasa Yoga bekannt und gilt als sehr dynamischer Yoga-Stil, aus dem sich viele westliche Yogarichtungen ableiten. Obwohl Ashtanga-Yoga sehr modern wirkt, hat es eine lange Tradition und bezieht sich eng auf die klassische Yogalehre. Was ist Ashtanga-Yoga genau? Welche Geschichte hat es und warum solltest Du diesen Stil unbedingt einmal ausprobieren? Wir verraten es Dir! Ashtanga Yoga und die Tradition Es ist allgemein bekannt, dass Yoga viele tausend Jahre alt ist. Dennoch lassen sich fast alle Stilrichtungen auf einen bestimmten Lehrer und seine Schüler zurückführen. Ashtanga Yoga ist dem Hatha Yoga zuzuordnen und hat seine Wurzeln in der Lehre von Sri Tirumalai Krishnamacharya. Heute gibt es mit den Familien von Manjo Pattabhi Jois in den USA und von Krishna Pattabhi Lois in Indien zwei einflussreiche Schulen, in denen Ashtanga- bzw. Vinyasa-Yogalehrer ausgebildet werden. Der Sanskrit-Gelehrte T. Krishnamacharya (gestorben 1989) gab an, in der Bibliothek von Kalkutta ein jahrhundertealtes, beschriebenes Palmblatt gefunden zu haben, in dem Vamana Rishi seine Lehre des Ashtanga-Yoga dargelegt haben soll. Die Eroberung der westlichen Schüler Prominente Musiker wie Sting oder Madonna machten Ashtanga-Yoga im Westen berühmt. Die dynamische Yoga-Richtung, in der festgelegte Übungsfolgen einen größeren Raum einnehmen als die Meditation, scheint der westlichen Lebensphilosophie entgegenzukommen. Ashtanga Yoga fand schnell viele Anhänger und breitete sich in den USA und Europa rasch aus. Heute gibt es in fast allen größeren Städten speziell ausgebildete Ashtanga- oder Vinyasa-Lehrer, die Dich in diese Yoga-Richtung einführen können. Was ist Ashtanga Yoga genau? Ashtanga Yoga setzt sich aus Asanas und Pranayama zusammen. Die Yoga-Übungen, Asanas, sind in sechs spezielle Übungsreihen aufgeteilt. Die meisten westlichen Lehrer unterrichten nur die erste Asana-Serie, die als anstrengendste gilt. Sie beinhaltet 41 fest vorgegebene Asanas. Im Gegensatz zum ebenfalls dynamischen Yoga-Stil Power Yoga wird die feste Übungsserie immer genau eingehalten. Das Wort Ashtanga setzt sich übrigens aus "ashta", der Zahl acht und "anga", den Gliedern zusammen. Es steht in Bezug zu den acht Gliedern des yogischen Weges aus dem Yoga-Sutra. Immer im Flow: Atmung und Asanas Im sehr körperlichen Ashtanga-Yoga wirst Du angeleitet, Deinen Atem mit den Yoga-Übungen zu synchronisieren. Wann Du beim Üben ein- und ausatmest oder die Luft für einige Augenblicke anhältst, lernst Du beim Pranayama. Die Atemübungen trainieren Deine Fähigkeit, den Atem zu kontrollieren. Wie und wann Du beim Yoga atmest, hat einen entscheidenden Einfluss auf den Fluss der Energie im Körper. Wichtig bei der anstrengenden Praxis ist eine rutschfeste Yogamatte, die Dich sicher durch die schweißtreibenden Übungen begleitet. Das macht Ashtanga Yoga aus: • 6 vorgegebene fließende Übungsreihen• meist wird nur die anspruchsvolle erste Serie praktiziert, bestehend aus 41 Asanas• die Atmung wird mit den Asanas synchronisiert• Nutzung von Bandhas zur Lenkung der Energien• gilt als der anstrengendster Yoga-Stil• tägliches Üben wird bei dieser Yoga-Praxis angestrebt Gar nicht so leicht: Atem mit den Asanas synchronisieren Es ist für viele ungewohnt und schwierig, den Atem mit den Asanas zu synchronisieren. Deshalb gilt Ashtanga Yoga als sehr anspruchsvolle Stilrichtung, die man oft üben muss. Doch die Mühe lohnt sich: Wenn es Dir gelingt, Deinen Atem an der richtigen Stelle der Asana gezielt einzusetzen, wirst Du Deine Bewegungsabläufe in einem echten „Flow“ absolvieren und während der dynamischen Bewegungen eine neue, fast meditative Leichtigkeit spüren. Bandhas zur Lenkung von Energien Neben dem Atmen liegt der Fokus beim Ashtanga Yoga auf dem Setzen von Bandhas. Um ein Bandha zu setzen, ziehst Du bestimmte Muskelgruppen bewusst zusammen, um die Energie im Körper festzuhalten. So wird beim Mala Bandha z.B. die Beckenbodenmuskulatur aktiviert, beim Uddiyana Bandha die Bauchmuskulatur. Dein Yogalehrer wird Dich genau anleiten, welche Muskelpartie gerade gebraucht wird. Für wen ist Ashtanga Yoga geeignet? Ashtanga Yoga ist ideal für Dich, wenn Du großen Spaß an Bewegung hast und ein sportliches Yoga üben möchtest. Du kommst hier so richtig ins Schwitzen und wirst Dich nach der Stunde wie neugeboren fühlen. Eine gute Grundfitness ist hier von Vorteil, um während dem Üben der dynamischen Übungsreihen nicht zu sehr aus der Puste zu kommen. Aber auch, wenn Du Yoga Anfänger bist, wirst Du die Übungen nach einigen Malen beherrschen. Wichtig ist, dass Du Dich nicht gleich nach dem ersten Mal entmutigen lässt, wenn die Abfolgen bei den anderen Yogis so einfach aussehen. Auch sie haben einmal mit Yoga begonnen, genau wie Du! Warum Du Ashtanga unbedingt ausprobieren solltest Auch wenn die Atemübungen und Bandhas sicher eine große Herausforderung für Dich darstellen werden, kannst Du schnell einen Zugang zum Ashtanga Yoga finden. Da die Übungen fest vorgegeben sind und sich jede Stunde ähnelt, wirst Du die Asanas schnell lernen. Schon nach wenigen Durchgängen kannst Du Dich ganz auf Deinen Atem und den Flow konzentrieren. Belohnung am Ende: entspannendes Abschlussmantra Jede Ashtanga-Stunde endet für die ausgepowerten Yogis mit einem entspannenden Abschlussmantra. Diese Endentspannung gibt Dir Gelegenheit, in Deinen Körper nachzuspüren und lässt Dich kraftvoll und glücklich nach Hause gehen. Tipp: Für Fortgeschrittene gibt es in vielen Schulen übrigens spezielle Kurse höherer Levels. Falls Du nach einer dynamischen Alternative zum Ashtanga suchst, lohnt es sich für Dich evtl. auch Vinyasa oder Power Yoga auszuprobieren. Was gefällt Dir besonders an Ashtanga Yoga? Bist Du Yoga Neuling und suchst nach einem schweißtreibenden Yoga-Stil? Ashtanga bietet Dir auf jeden Fall was Du suchst! Wenn Du Lust hast, kannst Du Dich gerne mit unserer yogabox.de Community austauschen. Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

Shavasana - Die Totenstellung

von/ durch Nick am Okt 09 2017
Shavasana - Die TotenstellungShavasana wird auch als Totenstellung bezeichnet, da es die Ruhephase beschreibt. Du liegst regungslos auf dem Rücken, damit die vorausgegangene Yogastunde körperlich und geistig nachwirken kann. Die Bedeutung "Totenstellung" oder auch "Totenstille" kann zunächst einmal sehr simpel wirken. Doch völlig still zu liegen, ist nicht vergleichbar, wie sich auf dem Sofa langzulegen, um es sich gemütlich zu machen. Nachfolgend erfährst Du, wie Du die Yoga-Übung genau praktizierst und welche Vorteile und positiven Wirkungen Du damit erreichen kannst.Shavasana - vollständige Entspannung am Ende einer YogastundeDie Leiste ist entspannt, die Wirbelsäule lang und die Arme liegen im 30 bis 45° Winkel neben dem Oberkörper. Die Handflächen zeigen nach oben, sodass sich die Brust und Schultern öffnen. Die Schultern dürfen nicht hochgezogen sein. Ein wichtiges Merkmal ist die Wachsamkeit. Du liegst auf dem Rücken völlig still und bewegungslos und hältst die Aufmerksamkeit vollkommen bei Shavasana und nimmst den Augenblick gänzlich wahr. Der Körper wird ganz leise, nur der Moment ist präsent. Er liegt starr auf dem Boden, sodass sich nicht mal ein Finger bewegt. Atmen ist erlaubt, doch sogar der Atem wird bei völliger Entspannung sehr flach und nahezu unhörbar. Du solltest Shavasana für mindestens fünf und maximal 20 Minuten halten. Finde Deinen eigenen Rhythmus und hör auf Deinen Körper, denn er weiß am besten, was Dir gut tut. Um die Totenstellung zu verlassen, hebe die Beine an und bring sie zur Brust. Dann umschließt Du sie mit den Armen und rollst mehrmals von der rechten zur linken Seite und wieder zurück. Höre möglichst auf der rechten Seite auf. Dann fokussierst Du Deinen Geist und atmest einige Male. Richte Dich mithilfe der Hände auf. So kommst du aus der Yoga-Übung heraus.Was kannst Du durch Shavasana erreichen?Die tiefe Entspannungsphase durch die Totenstellung tut dem Körper und Geist nach einer oftmals sehr fordernden Yogastunde gut. Der Herzschlag und Atem kommen zur Ruhe und es kann zu aufbauenden und regenerativen Körperprozessen kommen. In der Schlussentspannung soll sich die Energie, die durch die Yogastunde aktiviert wurde, im Körper verteilen. Sie ist also ohne Shavasana nicht vollständig, sodass Shavasana stets den perfekten Abschluss bildet. Du atmest langsam und tief ein und lässt Deinen Körper bei der Ausatmung in den Boden sinken. Entspanne Dich und zwar mit jeder Ausatmung etwas mehr. Dein Geist beruhigt sich, bleibe währenddessen in dieser Ruheposition. Dein gesamter Körper wird ganz bewusst wahrgenommen. Shavasana ist pure Entspannung und genau so solltest Du es auch empfinden. Dies ist besonders wichtig, da während der Entspannung Stresshormone abgebaut und gleichzeitig Glückshormone ausgeschüttet werden. Das Immunsystem wird gestärkt, der Kreislauf beruhigt, die Ruhe des Geistes wiederhergestellt und Heilungsprozesse werden gefördert. Shavasana kann bei Migräne und Schlaflosigkeit helfen.FazitShavasana ist eine Asana, die Du ganz bewusst ausführen solltest, um die tiefe Entspannung zu erreichen und zu fühlen. Du kannst bei richtiger Anwendung Stress abbauen und negative Manifestationen im Körper lösen. Im besten Fall erlebst Du ein Gefühl tiefen Friedens und reiner Seligkeit. Daher gilt Shavasana als eines der tiefsten und geheimnisvollsten Wunder im Bereich des Yoga, die es zu erleben gibt. Achte darauf, dass Du, wenn Du auf dem Rücken auf der Matte liegst, in einer komfortablen Position bist. Es ist wichtig, dass Du gegenwärtig bist, denn dies ist die grundlegende Voraussetzung für eine Vertiefung, die Du bewusst wahrnimmst und spürst. Du erlebst auf eine völlig entspannte Weise und in Stille den Körper deiner Seele. Shavasana kann daher auch die Meditation ganz erheblich bereichern. Schwangere Frauen sollten den Kopf und die Brust auf ein Polster legen und Menschen mit Rückenschmerzen die Waden rechtwinklig auf einen Stuhl.Bild © fizkes / 123rf.com