Yoga BLOG

Viloma Pranayama: Reinigung in der Wechselatmung
von/ durch Nick
am Apr 19 2019
Pranayama, die Atemübungen, sind ein wesentlicher Bestandteil der Yogapraxis neben den Asanas, der Entspannung und der Meditation. Viloma Pranayama, die Wechselatmung, ist in diesem Zusammenhang sehr bekannt und wird oft auch schon in Anfängerkursen gelehrt. Wenn Du sie unter Anleitung eines Yogalehrers erlernt hast, kannst Du sie auch zu Hause regelmäßig praktizieren. Hier erfährst Du, wie Viloma Pranayama genau durchgeführt wird, worauf bei dieser Praxis zu achten ist und welche Wirkungen diese Atemübung Dir bieten kann.
Viloma Pranayama Reinigung in der Wechselatmung
Das Wechselatmen und seine Voraussetzungen
Wechsel bedeutet in Zusammenhang mit der Atmung, dass das rechte und linke Nasenloch abwechselnd für die Atmung eingesetzt wird. Setze Dich dazu bequem auf Deine Matte (oder auch auf einen Stuhl). Wenn Du auf der Matte sitzt, kannst Du dies zum Beispiel mit gekreuzten Beinen tun. Auch der Kniestand eignet für Viloma Pranayama. Hauptsache ist, dass Du Dich voll und ganz auf die Atemtechnik konzentrieren kannst. Das ist insbesondere dann möglich, wenn Du bei Pranayama die Augen entspannt schließen und zur Ruhe kommen kannst.
Rechts und links im Wechsel atmen
Der Wechsel zwischen rechtem und linken Nasenloch wird durch Verschluss durch die Finger ermöglicht. Führe die rechte Hand zur Nase, sodass Du mit dem Daumen das recht Nasenloch und mit dem Ringfinger das linke Nasenloch verschließen kannst. Zunächst verschließt der Daumen das rechte Nasenloch und Du atmest gleichmäßig über das linke Nasenloch ein. Zähle dabei innerlich langsam bis 4 und achte darauf, dass Du etwa 75 Prozent Deiner Lungen mit Sauerstoff füllst. Nun verschließt Du auch das linke Nasenloch und zählst, den Atem anhaltend, wieder bis 4. Anschließend öffnest Du das rechte Nasenloch und atmest auf 8 Zeiten aus. Mache Dich dabei leer, was Dich auf die nächste Einatmung vorbereiten wird. Nun verläuft alles umgekehrt. Die Einatmung wird über das rechte Nasenloch und die Ausatmung über das linke durchgeführt.
Regelmäßige Praxis
Drei Durchgänge, besser noch bis zu acht, kannst Du in der Wechselatmung üben. Geübte Yogis können die Wechselatmung auch eine halbe Stunde praktizieren. Du kannst die Wechselatmung jeden Tag anwenden.
Wirkungen der Wechselatmung kennenlernen
Viloma Pranayama kann dir eine Menge wohltuender Effekte für Dein Wohlbefinden geben. Diese umfassen Körper, Geist und Seele und machen die Wechselatmung zu einem ganzheitlichen Erlebnis.
Im körperlichen Bereich steht die Reinigung der Atemwege im Vordergrund. Sie kann eine hilfreiche Unterstützung sein, wenn Du eine allergische Erkrankung wie Heuschnupfen oder Asthma haben solltest. Auch gerade in den Wintermonaten ist es möglich, mit Viloma Pranayama einer Erkältung vorzubeugen. Wenn die Nasenwege frei sind, hilft Dir das auch bei Deiner weiteren Yogapraxis: Du kannst den Atem bei den einzelnen Asanas genau dort hinschicken, wo Du das gerade möchtest. Das Volumen und damit die Kapazität Deiner Lunge kann durch die Wechselatmung unter Umständen deutlich verbessert werden. Auch das Herz-Kreislauf-System kann spürbar profitieren.
Im geistigen Bereich ist Viloma Pranayama eine Übung, die Deine Konzentration nachhaltig fördern kann. Wenn Du Dir vorgenommen hast zu meditieren, ist die Wechselatmung hierfür eine gute Vorbereitung. Du kommst zur Ruhe und konzentrierst Dich auf das Wesentliche. Wenn Du ängstlich oder unruhig bist, kann Dir das neue Kraft geben.
Neue Energien sammeln
Viloma Pranayama kann die Energien in Deinem Körper spürbar aktivieren. Die Wechselatmung wird auch als Nadi Sodhana, Reinigung der Nadis, bezeichnet. Nadis sind kleine Energiekanälchen in Deinem Körper. Man sagt, dass man 72.000 davon hat. Durch die Wechselatmung werden diese Reinigung und das Prana kann sich ungehindert in Dir ausbreiten. Die Lebensenergie, die Dich damit durchflutet, stärkt Dich für den Alltag. Auch Deine höheren Chakras werden von Viloma Pranayama angesprochen. Probier es einfach einmal aus, wie die Wechselatmung bei dir wirkt und wie lange diese Effekte anhalten!
Bild © fizkes / 123rf.com
Das Vishnu Mudra zur Reinigung der Energie-Kanäle
von/ durch Nick
am Nov 22 2017
Das Vishnu Mudra zur Reinigung der Energie-KanäleDas Vishnu Mudra ist eine Pranayama-Übung, also eine Atemübung der Kategorie ausgleichende Wechselatmung. Wechselatmung wird im Sanskrit "Nadi Shodhana" genannt. Übersetzt bedeutet dies "Reinigung der Nadis", wobei mit Nadis die energetischen Kanäle im feinstofflichen Körper gemeint sind. Die Nadis müssen frei von Blockaden und Unreinheiten sein, damit sich das Prana bzw. die Energie ungehindert bewegen kann. Nur dann können wir Freude, Ausgeglichenheit und Harmonie erfahren. Für die Praxis vom Vishnu Mudra werden Zeigefinger und Mittelfinger in Richtung Daumenballen gebeugt. Ringfinger, Daumen und kleiner Finger werden abgespreizt. Mit Daumen und Ringfinger werden die Nasenlöcher abwechselnd zugehalten, um die Wechselatmung zu unterstützen. Das Vishnu Mudra ist übrigens nach einem wichtigen hinduistischen Gott benannt. Vishnu ist der Beschützer der Welt, der dafür sorgt, dass das Universum im Gleichgewicht gehalten wird. Diesbezüglich kann der Name des Mudras auch auf die Wirkung der damit regelmäßig angewandten Wechselatmung abgeleitet werden, bei welcher der energetische und physische Energiefluss optimal in Harmonie gehalten wird.Vishnu Mudra in der PraxisDie Handhaltung Vishnu Mudra wird bei der aktiven Nasenloch-Atemübung im Yoga verwendet. Wie bereits beschrieben werden Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand in Richtung der Handfläche gekrümmt, während die restlichen Finger abgespreizt bleiben. Daumen und Ringfinger werden sanft auf beide Seiten der Nase gelegt. Bei der Einatmung durch das linke Nasenloch schließt der Praktizierende sein rechtes Nasenloch mit dem Daumen. Die anschließende Ausatmung erfolgt durch das rechte Nasenloch, das losgelassen wird. Gleichzeitig wird mit dem Ringfinger das linke Nasenloch geschlossen. Nachdem dann umgekehrt durch das rechte Nasenloch eingeatmet und durch das linke ausgeatmet wird, ist ein Wechselatmungszyklus abgeschlossen.Variationen von Vishnu MudraDieses Pranayama wird nach einem abgeschlossenen Wechselatmungszyklus mehrmals wiederholt. Dabei kann man unterschiedliche Techniken anwenden. Eine davon ist die Wechselatmung ohne Luftanhalten, also das Atmen ohne Pausen. Diese Technik wird von vielen Menschen als angenehmer empfunden, da manche Beklemmungsgefühle durch das Anhalten der Atmung bekommen. Ein guter Atemrhythmus ist beim Einatmen bis fünf zu zählen. Die Ausatmung erfolgt ohne Pause, allerdings länger als bei der Einatmung. Optimal zählt man beim Ausatmen im Inneren leise bis 10, bevor mit der kurzen Einatmung fortgesetzt wird. Nadi Shodhana mit Luftanhalten wird mit Atempausen zwischendurch praktiziert, wobei dieses Luftanhalten unterschiedlich lange durchgeführt werden kann. Ein möglicher Atemrhythmus dabei ist, bei der vollen Yoga-Einatmung bis drei zu zählen, danach mit Ringfinger und Daumen beide Nasenlöcher zuzuhalten und bis zwölf zu zählen und im Anschluss die Ausatmung über sechs Sekunden lang durchzuführen. Solch eine Wechselatmung kann unterschiedliche Proportionen haben. Ein Basisrhythmus von Einatmen-Luftanhalten-Ausatmen ist beispielsweise 1-4-2. Die Wechselatmung mit Vishnu Mudra kann aber auch mit einem Rhythmus von 3-6-3, 4-16-18 oder sogar 5-20-10 durchgeführt werden. Wichtig bei der Ausübung der Wechselatmung mit oder ohne Atempause ist jedenfalls, dass sich der Praktizierende dabei wohl fühlt. Bei Unwohlsein oder einem Schwindelgefühl sollte die Wechselatmung sofort abgebrochen und wieder in einem normalen Rhythmus geatmet werden. Am besten, man beginnt die Wechselatmung mit Vishnu Mudra langsam, ohne Atempausen und in einem kürzeren Atemrhythmus und steigert mit zunehmender Praxiserfahrung langsam die Abstände und Pausen.Wirkung vom Pranayama Vishnu MudraDem Vishnu Mudra werden einige positive Effekte nachgesagt. Angeblich gleicht dieses Pranayama die rechte und die linke Seite des Gehirns aus und sorgt für eine verbesserte Konzentration und eine gute Vorbereitung für eine anschließende Meditation. Die astralen Energiebahnen werden gereinigt, sodass die Energie wieder frei fließen kann. Des Weiteren beruhigt die Praxis von Visnu Mudra den Geist und reduziert Stress. Durch tiefe und langsame Atemphasen, insbesondere, wenn diese mit einem Luftanhalten kombiniert werden, verbessert sich die Energie, da Lebensenergie bei langsamer Atmung und Anhalten der Atmung besser aufgenommen werden kann. Die meisten Yogis fühlen sich nach der Anwendung von Vishnu Mudra erfrischt, ausgeruht, in ihrer Mitte und energetisch aufgeladen.Bild © fizkes / 123rf.com
von/ durch Nick
am Jun 27 2016
Prana Mudras - Atem-MudrasMudras werden gern als das Herzstück von der Hatha Yoga Praxis bezeichnet. Frei übersetzt bedeutet der Begriff "Mudra" so viel wie "Siegel", "Zeichen" oder "Kennzeichen", aber auch "lustig" und "fröhlich". Mit Atem-Mudras kannst du dir Entspannung verschaffen, ohne dafür viel Platz oder Zeit zu benötigen. Die praktischen Mudras kannst du im Zug, im Wartezimmer und überall anders ganz schnell und unkompliziert durchführen.Die folgenden Mudras empfehlen sich für Einsteiger ebenso wie auch für Fortgeschrittene. Ihre variablen Effekte machen sie zur vielseitigen Hilfe, wichtig ist dabei, dass sie gleichmäßig durchgeführt werden. Sie sollten mit einer bestimmten inneren Ausrichtung stattfinden und können auch mehrmals am Tag ausgeübt werden. Hilfreich ist bei allen folgenden Mudras, wenn du dir vorstellst, dass deine Finger wie Magneten aneinander haften.1. Chin MudraDas Chin Mudra steht stellvertretend für Selbstverwirklichung. Es begünstigt zudem den Energiefluss im Körper und wirkt sich positiv auf die Achtsamkeit aus. Für diese meditierende Haltung musst du deine Zeigefinger und Daumen zusammendrücken, die Hände legst du ganz entspannt auf den gekreuzten Beinen ab. Während du dieses Mudra überall durchführen kannst, empfiehlt sich das Unterlegen einer Matte, um einen bequemen Sitz für die Meditation zu finden. Die Übung kannst du entweder zeitgleich durchführen oder indem du zuerst die Finger der rechten Hand verbindest, sie ablegst und dann die linke Hand nachziehst. Die drei Finger, die nicht zusammengeführt werden, befinden sich immer in möglichst gerader Position.2. Chinmaya MudraDas Chinmaya Mudra ist eine Abwandlung vom Chin Mudra. Der Unterschied manifestiert sich in der Haltung der Finger, auch wenn weiterhin der Daumen und Zeigefinger zueinander geführt werden. Auch hier begibst du dich mit gekreuzten Beinen auf den Boden beziehungsweise eine Matte. Die zusammengeführten Daumen und Zeigefinger formen einen Ring, die weiteren drei Finger der Hand werden in die Handfläche zusammengerollt. Achte darauf, dass sich deine Finger lediglich berühren, nicht aber gegenseitigen Druck auswirken. Die Hände werden erneut auf die Beine abgelegt, die Handflächen zeigen nach oben. Hier kannst du deine innere Energie und Ruhe finden, deinen Atem verfolgen und Stress abwerfen.3. Adhi MudraAdhi Mudra hat eine heilende Wirkung bei Traurigkeit, beruhigt das Nervensystem und begünstigt die Sauerstoffzufuhr in den unteren Teilen des Körpers. Für diese Übung platzierst du deinen Daumen auf deinem kleinen Finger, die weiteren Finger verkrümmen sich so, dass deine Hand eine Art Faust ergibt - ohne die einzelnen Finger aber kraftvoll gegeneinander auszurichten. Während der Haltung dieser leichten "Faust", kannst du Atemübungen durchführen. Atme für vier Sekunden ein, für drei Sekunden aus, für sechs Sekunden ein und wieder für drei Sekunden aus. Das stärkt die Funktionsweise der inneren Organe, erhöht die Lungenkapazität und hat einen beruhigenden Effekt.4. Brahma MudraDas Brahma Mudra lässt sich fast überall ausführen und benötigt kaum mehr als fünf Minuten deiner Zeit. Es hilft unter anderem bei Verspannungen, beispielsweise in der Nacken- oder Schulterpartie. Bring deine Finger in die gleiche Position, wie auch schon beim Adhi Mudra, nur dass du deine Hände im Anschluss in Höhe des Bauchnabels führst. In dieser Position kannst du erneut Atemübungen ausführen und den Lauf des Atems in aller Ruhe verfolgen. Versuch dir ganz bewusst aufzuzeigen, wie der Sauerstoff deinen Körper durchdringt und damit einen positiven Effekt auf den Geist und Körper einnimmt.5. Hakini MudraDas Hakini Mudra hilft dir beim Entspannen, vertieft die Atmung und hat einen positiven Effekt auf den gesamten Organismus. Du versorgst dein Gehirn aktiv mit wertvollem Sauerstoff, wodurch sich auch deine Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit steigert. Für das Hakini Mudra legst du alle Fingerspitzen beider Hände leicht aufeinander. Während deine Zunge locker im Mundraum liegt, atmest du schließlich tief ein, hältst die Luft für vier Sekunden und atmest sie dann behutsam wieder aus. Das kannst du ungefähr 10 bis 12 Mal wiederholen, wobei du bereits nach den ersten Atemzügen feststellen kannst, dass das Zwerchfell weicher wird. Es tritt eine beruhigende Wirkung ein, die dir schon nach einigen Zügen hilft, dich weiter auf die Zirkulation der Luft zu fokussieren. Das Hakini Mudra kannst du im Stehen oder Sitzen ausführen.6. Vishnu MudraDas Vishnu Mudra hilft deinem Körper die Atmung zwischen dem linken und dem rechten Nasenloch zu regulieren. Trotz dieser Wechselwirkung, führst du das Vishnu Mudra aber nur mit der rechten Hand aus. Öffne diese und beuge sowohl deinen Mittel- als auch den Zeigefinger leicht ein, um die Fingerkuppen dieser beiden Finger auf den Daumenballen abzulegen. Danach bewegst du den Daumen zum Ringfinger hin, während dieser und der kleine Finger eng aneinander liegen. Die rechte Hand legst du dann so an die Nase, dass das letzte Glied vom Daumen direkt am rechten Nasenflügel liegt. Die Kuppe vom Ringfinger liegt auf dem linken Nasenflügel. Du kannst dann jeweils ohne großen Druck ein Nasenloch verschließen, um durch das andere zu atmen - es entsteht Nadi Shodhana: die Wechselatmung.Bild © elenaray / 123rf.com